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Was genau bedeutet Vegan?

Wenn man das Wort „Vegan“ hört, denkt man meistens direkt an das Essen, doch Vegan bedeutet noch sehr viel mehr.

Was versteht man eigentlich unter VEGAN?

Vegan sein – ist eine Lebensweise auf Lebensmittel oder Produkte tierischen Ursprungs zu verzichten. Zum Wohle der Tiere.

Schon sehr früh entschieden sich Menschen für eine vegane Lebensweise. Früher waren die Gründe für eine vegane Ernährung eher durch Religionen und Kulturen geprägt (z.B. Buddhismus und Hinduismus). Heute sind es weniger die religiösen Gründe, eher die Ethisch-Moralische Gründe.

Aspekt Nachhaltigkeit / Umweltschutz:

Auch das Bewusstsein zum Umweltschutz ist größer geworden. Nachdem im letzten Jahr viele „Friday for Future“ Demos waren steht Nachhaltigkeit wieder mehr im Vordergrund. Dazu gehört natürlich auch die Armut und Hunger.

Rund 7,7 Milliarden Menschen leben auf der Erde, Tendenz steigend.

Davon müssen mehr als 800 Millionen Menschen jeden Tag hungern.

> Alle 10 Sekunden stirbt ein Kind unter 5 Jahren an Hunger <

Quelle: Unicef

Es liegt vor allem an der ungerechten Verteilung. Die reichen Industriestaaten bekommen viele Lebensmittel und Rohstoffe aus den Entwicklungsländern, dies ist ein entscheidender Faktor für das Hungerleiden. Auch fehlen oft die finanzielle Mittel für die Lebensmittel und eine richtige und gesunde Ernährung. Dazu kommen noch Ernteausfälle und viele weitere Faktoren.

Aber auch der Fleischkonsum trägt zum Hunger in der Welt bei.

Laut WWF werden Lebensmittel für Rund 12 Milliarden Menschen produziert, viele davon gehen aber schon vor dem Verzehr verloren.

Doch das müsste nicht sein. Umwelttechnisch ist natürlich auch unsere Müll-Verschwendung ein großes Thema. Aber auch eine vegetarische oder sogar vegane Ernährung trägt viel dazu bei, dass mehr Nahrungsmittel zur Verfügung stehen.

Nur weniger als die Hälfte der weltweiten Getreideernte dienen dem Menschen als Lebensmittel. Der Großteil davon dient als Kraftfutter zum mästen der Tiere.

Dies ist aber nicht der einzige problematische Aspekt auf unsere Umwelt. Die Massentierhaltung verursacht dazu noch hohen CO2 Ausstoß und verbraucht viele Ressourcen wie Wasser und Energie.

> Der durchschnittliche Deutsche isst rund 60 kg Fleisch pro Jahr <

Quelle: Wikipedia
Für 1 kg Fleisch werden 15.000 Liter Wasser (6450g CO2-Äqivalente) benötigt,
 für 1 kg Käse 5.000 Liter (8300g CO2-Äqivalente) 

Aspekt Tierwohl / Ethik:

Früher galten Tiere als Sache. Seit 1990 wurde mit Einführung des § 90a des Bürgerlichen Gesetzbuch geändert:

„Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.“                  – Bürgerliches Gesetzbuch[1

Der Tierschutz ist in Deutschland ein Staatsziel.

Es gibt viele weitere Organisationen, die sich für das Tierwohl einsetzen z.B. die WWF, Deutscher Tierschutzverbund…

> Jedes Tier hat ein artgerechtes Leben verdient, ohne Leiden und Zufügung von Schmerzen oder Schäden<

Quelle: Tierschutzgesetz

Gerade die Massentierhaltung ist ein großes Problem, dort werden die Tiere auf engstem Raum gehalten. Oft in kleinen Käfigen oder Ställen ohne Tageslicht. Sie müssen dort meist ihr komplettes Leben verbringen bis sie zum Schluss beim Schlachter landen. Ein ganzes Leben voll Qualen müssen diese Tiere erleiden.

Oft werden diese Tiere dann auch noch ohne Betäubung auf grauenweise Art erlegt.

Es werden oft Antibiotika eingesetzt um Bakterien abzutöten, darum entstehen viele Resistenzen.

Bei einer veganen Lebensweise geht es eben nicht nur um die Ernährung sondern auch um das Wohle der Tiere. Dazu gehören auch alle Produkte von Tieren.

Wieso ist es wichtig auch auf Milch, Eier oder tierische Produkte wie auch Honig zu verzichten?

Oft verstehen viele Menschen dies nicht – dass ein Tier für unser Fleisch sterben muss, das ist allen klar, aber dass die Tiere auch bei anderen ihrer Produkte leiden müssen wissen viele nicht.

Für Milch zum Beispiel, muss der Mutterkuh das Kalb weggenommen werden. Da wie auch bei den Kühen die Mutterkuh nur dann Milch gibt wenn sie ein Baby bekommen hat. Aber auch Kühe haben Gefühle, genauso wie wir Menschen. Da wird einfach das Baby weggenommen um uns Milch zu geben, während das eigene Kind mit einer Ersatzmilch an einem anderen Ort gefüttert wird. Da immer für „Nachschub“ gesorgt werden muss, müssen diese Kühe immer neue Kälber gebären, die Kleinen werden dann anschließend verkauft und landen oft im Ausland und auch dann anschließend beim Schlachter.

Also auch für Milch müssen Tiere leiden und sogar sterben.

Bei Eiern ist es ganz ähnlich. Auch da sind diese zum Brüten gedacht. Da für die Eierproduktion nur die weiblichen Hennen gebraucht werden, werden nach dem Schlüpfen die männlichen Küken getötet. 

Dieses Jahr wurde beschlossen, dass ab 2022 dass Schreddern männlicher Küken endlich verboten werden soll.

Das Problem bei tierischen Produkten ist immer so, dass die Tiere dabei unter schlechten und nicht natürlichen Bedingungen gehalten werden. Dies gilt auch für Produkte wie Felle oder Häute.

Für teure Luxus-Pelze werden viele Tiere extra gezüchtet und getötet.

Doch auch sind tierische Felle oder Häute in Klamotten enthalten. Umso wichtiger ist es genau darauf zu achten aus welchen Stoffen unsere Kleidung besteht.

Eine ganz grauenvolle Sparte ist auch die der Tierversuche.

Die Laborratten. Tiere an denen experimentiert wird. Ob im medizinischen Bereich oder für Forschungen / Studien werden Tiere missbraucht als Versuchskaninchen.

1986 wurde in Deutschland die Versuche an Tieren für Kosmetikprodukte verboten. Doch auch hier gilt es gut hinzuschauen, denn hinter vielen Firmen stecken trotzdem Tierversuche aus dem Ausland.

Heutzutage gibt es gerade bei Kosmetik- oder Pflegeprodukten viele vegane Alternativen, bei welchen kein Tier darunter leiden muss.

Aspekt Kultur / Religion:

Verschiedene Länder, verschiedene Kulturen.

Während hier in Deutschland viel Fleisch serviert wird, gibt es in anderen Länder und Kulturen andere Gerichte.

In den südlichen Ländern wird mehr Fisch, Gemüse oder Pasta gegessen.

In der japanischen Küche ist es eher der Reis die Grundlage der Malzeiten. Früher gab es sogar ein strenges Fleischverbot in Japan.

Bei den Christen gibt es Feiertage wie z.B. den Karfreitag oder sogar jeden Freitag, an dem man auf Fleisch verzichtet. Dies dient zum Gedanke an das Leiden von Jesus.

Auch beim Islam isst man nicht jedes Fleisch. Im Koran steht geschrieben, dass den Moslems nicht erlaubt Fleisch von Schweinen zu essen. Zwar hat dies eher damit zu tun, dass das Schwein als sehr schmutziges und unreines Tier galt und weil es nicht so lange haltbar war und schneller verdorben ist. Doch andere Tiere wie Hähnchen oder Rind sind Halāl (erlaubt).

Anders ist das jedoch beim Buddhismus oder Hinduismus. Dort ist es zwar nicht vorgeschrieben kein Fleisch zu essen, aber sie glauben an Karma und die Wiedergeburt, was bedeutet, dass sie daran glauben, dass alles was man tut so wieder zu einem zurückkehrt. Dies gilt natürlich auch im Hinblick auf die Tiere. Darum ist dort der Vegetarismus oder sogar auch Veganismus auch sehr verbreitet. Nichts sollte für das Essen getötet werden oder unnötig vergeudet werden.

Der Hinduismus ist in Indien sehr verbreitet dort gilt eine Kuh als heilig.

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